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Inflation & traditionell beliebte Sparformen

Inflation

"Alles wird teurer!" Diesen Stoßsäufzer hört man immer wieder. Das statistische Instrument dafür ist der Verbraucherpreisindex (VPI). Laut dieser Berechnung haben wir eine Preissteigerung (Inflation) von durchschnittlich etwa 2,5% p.a. (siehe Statistik Austria)

Doch um welche Preise handelt es sich hier?

In vielen Bereichen des Lebens haben wir den Eindruck, dass die Preise viel stärker steigen: Stichwort "Tankstelle" und "Energiekosten". Energiekosten sind zuletzt um etwa 8% p.a. teurer geworden, Kartoffeln von 2012 auf 2013 sogar um 67%.

Aktuell sind etwa 791 Güter und Dienstleistungen in der Warenkorbberechnung enthalten. Auch KFZ, Nahrungsmittel und Gipskartonplatten. Da Sie vermutlich nicht jedes Jahr Gipskartonplatten kaufen, Nahrungsmittel aber schon, stimmt diese Berechnung nicht mit der Preissteigerung des täglichen Lebens überein.

Die tatsächliche Inflation des täglichen Lebens ist deutlich höher als die ausgewiesene laut VPI. Hierzu gibt es die Sonderauswertungen von Statistik Austria. Folgen Sie diesem link und blättern Sie auf Seite 2. Die letzte Datei "Verbraucherpreisindex und Spezialindizes" zeigt die tatsächliche Teuerung des täglichen Lebens.

Beliebte Sparformen in Österreich

Sicherheit wird in Österreich sehr oft mit Sparbüchern, Bausparern und klassischen Lebensversicherungen verbunden.

Nominal gesehen (nur der Zahlenwert) stimmt das zumindest beim Sparbuch und beim Bausparer; hier bekommt man ein wenig mehr heraus, als man einbezahlt. Bei klassischen Lebensversicherungen hingegen bekommt man am Ende der Laufzeit manchmal sogar weniger als die Einzahlung heraus.

Real gesehen (mit Berücksichtigung der Inflation) haben wir aber bei allen drei "Sparformen" eine negative Rendite.

Beispiel: Sparbuch

Ein Sparbuch bietet etwa 1% Zinsen. Das ist der Nominalzinssatz. Abzüglich 25% KESt (Kapitalertragssteuer) bleiben noch 0,75 Effektivzinssatz (also abzüglich aller Kosten). Wenn wir nun noch etwa 2,5% Inflation berücksichtigen, erreichen wir mit dieser "Geldanlage" einen Realzinssatz von -1,75%.

Wenn Sie also 10.000 € auf ein Sparbuch einbezahlen, bekommen sie nach 20 Jahren einen Geldbetrag von 11.611 € ausbezahlt, welcher aber nur mehr einen Wert von 7.025 € haben wird.

Das ist Inflation bzw. Kaufkraftverlust.

Beim Sparbuch bezahlen Sie dafür, dass Ihr Geld liquide (verfügbar) aufbewahrt wird.

Beispiel: Bausparer

Ein Bausparer bietet bei einer 6-Jahresbindung im optimalen Fall 2,5% p.a. effektiv (abzüglich aller Kosten) an. Hier hat man zumindest die Chance einen Realzinssatz von 0% zu erreichen. Aber auch nur nach der VPI-Methode, nicht wenn man die tasächliche Inflation des täglichen Lebens berücksichtigt.

Beispiel: klassische Lebensversicherung

Sie haben vielleicht auch vor Jahren eine solche Lebensversicherung abgeschlossen, und Ihnen wurde ein garantierter Zinssatz zwischen 2% und 4% versprochen (im Jahr 2000 war dieser noch bei 4%, mittlerweile nähert dieser sich Richtung 0% (siehe Link). Darüber hinaus wurde Ihnen versichert, dass es noch eine zusätzliche Gewinnausschüttung geben wird, je nach dem wie erfolgreich die Versicherungsgesellschaft Ihr Geld veranlagt.

Ernüchternd ist es, dass selbst bei einem Garantiezinssatz von 2% bis 4% Sie im Schnitt eine Rendite zwischen -1% und +1% effektiv (abzüglich aller Kosten) ausbezahlt bekommen. Das ist ein bißchen mehr oder weniger als die Einzahlung. Und mit den prognostizierten Gewinnen erhöht sich die Rendite im Schnitt um +0,5% p.a. Manchmal wird aber nicht einmal das erreicht.

Diese magere Rendite wird mit einem zusätzlichen Versicherungsschutz gerechtfertigt, den Sie vermutlich gar nicht haben wollten.

Da die Veranlagung in eine Lebensversicherung nicht dem Sondervermögen unterliegt, gibt es seit der Einführung des §98 VAG (Verbot und Herabsetzung von Leistungen) etwa im Jahr 2007 auch ein höheres Risiko. Im Falle eines Liquiditätsengpasses darf der Versicherer Auszahlungen bzw. Rückkäufe auf unbestimmte Zeit in die Zukunft verschieben um die Solvenz des Versicherers zu garantieren. Dabei verpflichtet sich der Versicherungsnehmer auch zukünftige Prämien einzubezahlen.

Wir sind der Meinung, dass Versicherungsschutz und Kapitalanlage immer unabhängig von einander abgeschlossen werden sollen.

Wir sind Ihr Ansprechpartner in allen Vermögensangelegenheiten. Melden Sie sich bei uns, wir helfen gerne.

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